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Salzburg

Die größte Kirche des Landes

Universitäts- oder Kollegienkirche

Kollegienkirche
Rückansicht Kollegienkirche

Erste Pläne zum Bau einer Universitätskirche fasste bereits Fürsterzbischof Paris Lodron, als er 1623 die Benediktiner-Universität in Salzburg gründete.


Der endgültige Bau ließ jedoch noch lange auf sich warten. Professoren und Studenten hatten damals nur einen Saal, die Aula academica, zur Verfügung, um Gottesdienste abzuhalten. In diesem Saal fanden außerdem Theateraufführungen und andere Festlichkeiten statt.


Erst 1694, mehr als 70 Jahre später, beschloss Erzbischof Johann Ernst von Thun ein eigenes großes Gotteshaus für die Universität zu erbauen. Als Baumeister wählte der Erzbischof den wohl bedeutensten Barockbaumeister der damaligen Zeit, Johann Bernhard Fischer von Erlach. Mit dem Bau der Kollegienkirche schuf Fischer von Erlach sein bedeutenstes Werk. Das monumentalste sakrale Bauwerk nach dem Dom, das mit seiner prächtigen Schaufassade zu den großartigsten Barockkirchen Österreichs zählt, beeinflußte durch seine stilistische Eigenart nachhaltig die spätbarocke Kirchenarchitektur in Süddeutschland.


Die Einweihungsfeierlichkeiten begannen am 20. November 1707 und dauerten acht Tage. Der Künstler selbst konnte die "Krone seiner Schöpfungen" leicht nicht mehr sehen, er war inzwischen erblindet. Die Kapellen im Inneren der Kollegienkirche sind den Heiligen der vier Fakultäten gewidmet: Thomas von Aquin die Theologie, Ivo die Rechtswissenschaftslehre, Lukas die Medizin und Katharina die Philosophie.


Im Laufe der Jahre erlebte die Kollegienkirche ein wechselvolles Schicksal. Als die Truppen Napoleons im Jahr 1800 die Stadt besetzten, wurde sie als Heumagazin verwendet. 1810 - als Salzburg unter bayrische Herrschaft kam - wurde die Universität geschlossen und die Kirche verlor damit auch ihre ursprüngliche Bestimmung. Während der österreichisch-ungarischen Monarchie diente sie als Akademisches Gymnasium und war zugleich Garnisonskirche. 1922 fand hier erstmals die Uraufführung von Hugo von Hofmannsthals "Großem Welttheater" statt. Mit der Neugründung der Salzburger Universität 1964 erreichte die Kollegienkirche wieder ihre ursprüngliche Bestimmung.

 

Bildrechte: Tourismus Salzburg & Christian Schickmayr