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Salzburg
Hofstallgasse © Salzburger Festspiele - Kolarik
Masken vor dem Festspielhaus © Salzburger Festspiele - Luigi Caputo

Seit 1920 präsentiert sich Salzburg jährlich im Sommer als "Bühne der Welt". Hier können Sie eines der hochkarätigsten Musikfestivals der Welt erleben, welches sich durch höchste musikalische Qualität, internationale Künstler und eine perfekte Mischung aus Tradition und Moderne auszeichnet.

 

Großes Festspielhaus © Salzburger Festspiele | Andreas Kolarik

Opern

Salzburger Landestheater © Salzburger Festspiele | Karl Forster

Schauspiele

Stiftung Mozarteum - Großer Saal © ISM | Christian Schneider

Konzerte

Die Entstehung der Salzburger Festspiele

Die Geburtsstunde des Festivals schlug am 22. August 1920, als auf dem Domplatz Hugo von Hofmannsthals "Jedermann" in der Regie von Max Reinhardt aufgeführt wurde. 1921 gab es neben der Wiederaufnahme dieser Produktion erstmals Konzerte und 1922 wurde das Programm durch Opern ergänzt. Die Nutzung der Felsenreitschule als Spielstätte (1926) und der Bau eines Festspielhauses (1925-27) ermöglichten eine Ausweitung des Spielplans. Schnell wurde Salzburg zum Treffpunkt der wichtigsten Regisseure, Dirigenten, Schauspieler und Sänger ihrer Zeit.

Nach Beginn des 2. Weltkrieges musste das Programm deutlich reduziert werden, da viele Künstler nicht mehr auftreten durften. Aber bereits im Sommer 1945 fanden wieder Festspiele statt und 1946 setzte langsam wieder Normalisierung ein. Bereits 1948 rückte ein Mann in den Vordergrund, dessen Name bis heute untrennbar mit den Salzburger Festspielen verbunden ist: Herbert von Karajan. Am 26. Juli 1960 eröffnete Karajan das neu erbaute Große Festspielhaus in dem fortan mehr als 2.200 Gäste Platz fanden. Hier sollten nicht nur Mozarts Werke am Programm stehen, sondern auch die beliebtesten Opern des 19. Jahrhunderts. Karajan bewirkte eine weitere Internationalisierung der Festspiele.

Gerard Mortier versuchte während seiner Zeit als Festspiel-Intendant (1990-2001) das Repertoire breiter und moderner zu machen, um auch ein neues und jüngeres Publikum anzusprechen. Ab 2002 würdigte Peter Ruzicka mit Maßstab setzenden Neuproduktionen und der ersten zyklischen Gesamtaufführung aller 22 Mozart-Opern den bedeutendsten Sohn der Stadt und mit Werken von Richard Strauss einen der Festspiel-Gründerväter. Österreichische Komponisten wie Korngold, Zemlinsky und Schreker, die während der Nazi-Jahre ins Exil getrieben oder verboten worden waren, präsentierte er erstmals dem Festspielpublikum. Zwischen 2006 und 2010 war Jürgen Flimm Intendant der Festspiele, bevor 2012 Alexander Pereira 2012 dieses Amt übernahmt und das Festival um die Ouverture spirituelle erweiterte. In den Festspielsommern 2015 und 2016 zeichnete der deutsche Schauspieler, Theater- und Opernregisseur Sven-Eric Bechtolf verantwortlich für die künstlerische Gesamtplanung und ab 2017 wird der österreichische Pianist und Kulturmanager Markus Hinterhäuser als Festspiel-Intendant nach Salzburg zurückkehren.

 

 

Jedermann – Highlight der Salzburger Festspiele

Jedes Jahr lockt die Aufführung des "Jedermann" von Hugo von Hofmannsthal die Festspielgäste auf den Salzburger Domplatz. Der Salzburger "Jedermann" findet seit 1920 auf dem Domplatz statt – eine unvergleichliche Erfolgsgeschichte, die jeden Sommer mit innovativen Inszenierungen und hochkarätigen Darstellern fortgesetzt wird. Unter freiem Himmel und vor der Kulisse der Salzburger Altstadt bieten diese Aufführungen ein unvergessliches Erlebnis.


Das Schauspiel von Hugo v. Hofmannsthal zeigt, ganz im Stil mittelalterlicher Mysterienspiele, den Wandel eines reichen Mannes zum gläubigen Christen, der erst im Angesicht seines Todes erkennt, dass weder seine irdischen Begleiter noch der Mammon bereit sind, mit ihm ins Grab zu gehen. Auf seinem Weg zu dieser Erkenntnis begegnet Jedermann nicht nur dem Tod und dem Teufel, sondern auch der Personifikation seiner Guten Werke, des Mammons und des Glaubens.

Das Theaterstück Jedermann, "Das Spiel vom Sterben des reichen Mannes", kann auch heute noch als Kritik an Egoismus und Hartherzigkeit verstanden werden. Für Jedermann erweist sich seine Entwicklung zum demütigen Bittsteller und gläubigen Christen als Rettung: am Ende muss der Teufel auf die sicher geglaubte Seele des reuigen Jedermann verzichten. Der reiche Mann darf schließlich in Frieden sterben.