0
Sprache:
DE | EN
Salzburg

Wie Sound of Music Weltruhm erlangte

Entstehung des Filmes

Letztes Gruppenbild Familie Trapp Salzburg
Ehepaar Trapp

Wie produziert man einen Film, der nicht nur gut ist sondern auch kommerziell erfolgreich ist? Anhand des Filmes "The Sound of Music" lässt sich das leicht erklären.
Robert Wise, der Regisseur des Hollywood-Streifens hat das einmal so ausgedrückt: "The Sound of Music" wurde deshalb so erfolgreich, weil es sich hierbei um eine wahre Begebenheit in einer der schönsten Städte Europas handelt, diese Geschichte zu Herzen geht, die Hauptrollen vorwiegend mit Kindern besetzt ist und man es geschafft hat, die Stadt perfekt im Film darzustellen.

 

Bis aber die Dreharbeiten 1964 anlaufen konnten, war es ein steiniger Weg.

 

Als die Trapp Family Singers nach dem 2. Weltkrieg mit ihren Konzertreihen in den USA höchst erfolgreich waren, wurde Maria von Trapp schon bald von Buchverlagen gedrängt, ihre persönlichen Memoiren und die des Familienchors niederzuschreiben. Nach anfänglichem Zögern wurde die Geschichte der Baronin 1949 gedruckt: Ihr Buch "The Story of the Trapp Family Singers" wurde zu einem der beliebtesten Bücher in den Staaten. Erst 1952 wurde das Buch "Vom Kloster zum Welterfolg" auch im deutschsprachigen Europa verlegt.

 

Die Familie, die in Österreich, trotz Konzertreisen und Unterstützung von Hilfspaketen für die Nachkriegsoper, bis zu diesen Zeitpunkt eher unbekannt war, verschaffte dieses Buch zur Popularität. Die rührende Geschichte der Novizin, die sich liebevoll um Halbwaisen kümmerte und zur Baronin aufstieg, weckte schließlich auch das Interesse von deutschen Filmproduzenten, die gleich zwei Filme zur wahren Geschichte drehte - "Die Trapp Familie" (1956) und "Die Trapp Familie von Amerika" (1958). Das Drehbuch für beide Streifen wurde auch von Maria von Trapp selbst mit bearbeitet und geben daher mehr oder wenig authentisch wider, was sich im bewegen Leben der Baronsfamilie tatsächlich abgespielt hat.

 

Beide Filme entwickelten sich in Deutschland und Österreich zu Kassenschlagern - mitverantwortlich sicherlich die Riege der Hauptrollen, Ruth Leuwerick als Maria von Trapp, Hans Holt als Baron von Trapp und Joseph Meinrad als Dr. Wasner. Vom Genre her rangieren die beiden Filme unter der Bezeichnung Heimatfilme, die in der Nachkriegszeit im ganzen deutschen Sprachraum außerordentlich populär waren.

 

In den 50er Jahren boomten Musicals in den USA. Stücke wie "My Fair Lady" oder "Guys and Dolls" liefen jahrelang am Broadway und die Autoren und Komponisten suchten immer wieder neue Geschichten. Kein Wunder also, dass sie an Marias Memorien stießen und das Erfolgsgespann Rodgers & Hammerstein 1958 mit der Bearbeitung des neuen Musicals unter dem Titel "The Sound of Music" begannen. Schon 1959 wurde die Broadway-Premiere gefeiert und das Stück wurde erfolgreich 3 Jahre mit 1443 Aufführungen gespielt.

 

Dieser fulminante Erfolg führte dazu, dass Hollywood-Produzenten hellhörig wurden und das Musical verfilmen wollten. Das Drehbuch basiert abermals auf den Erinnerungen der Baronin von Trapp. Diese hatten die Rechte der deutschen Filmproduzenten gekauft und man weiß, dass Maria von Trapp kein sehr gutes Geschäft gemacht hat und sie am späteren Erfolg von Sound of Music in keiner Weise beteiligt war. So manche Szene des US-Films erinnert an die Regieeinfälle der deutschen Kollegen, allerdings entfernt sich "The Sound of Music" relativ weit von der wahren Geschichte, was Trapp-Puristen stört. Dem weltweit andauernden Erfolgt des Filmes und seinen musikalischen Ohrwürmern tut das allerdings keinen Abbruch.